Statistische Betrachtung zur Ausgeglichenheit der Wettkämpfe

Die neue, feinere Klasseneinteilung der letzten Saison mit zwei Staffeln pro Klasse wurde eingeführt, um Schwankungen des Spielniveaus innerhalb der Ligen zu minimieren und somit für ausgeglichenere und spannendere Spiele zu sorgen. Im Folgenden möchte ich nun mit statistischen Mitteln überprüfen, ob dieses Ziel eingetreten ist - sowohl im Hinblick auf die Individualspiele als auch bezüglich der Mannschaftsresultate.
Untersucht wurden Spiele, die nicht kampflos waren. Bei umgewerteten Individualspielen wurde das ursprüngliche Ergebnis herangezogen, um die Daten nicht aus formalen Gründen zu verfälschen.

Anteil der 3-Satz-Spiele abhängig von der Anzahl der Staffeln pro Klasse und Saison Hinweis: Bei aktiviertem JavaScript und Flash Player steht eine interaktive Version des Diagramms zur Verfügung.

In der Saison 2005/06, also der ersten gemeinsamen Saison von Berlin und Brandenburg, war der Anteil der 3-Satz-Spiele am tiefsten. Dies ist vermutlich auf eine nicht harmonische Klasseneinteilung zurückzuführen. Erst durch den Auf- und Abstieg in der nächsten Saison waren die Spiele zwischen den Spielern wieder spannender. Seit dem gibt es ca. 29.5% Drei-Satz-Spiele, also 1.7% mehr als in den Saisons davor - einerseits aufgrund des nun größeren und dichteren Spielerpools, hauptsächlich aber aufgrund der Rallypoint-Zählweise, die in der Saison 2006/07 eingeführt wurde.

Es ist jedoch festzustellen, dass die neue Klasseneinteilung in der Saison 2009/10 keinen Einfluss auf den Anteil der 3-Satz-Spiele gehabt hatte. Unerwarteter Weise wurden nämlich vorher in Klassen mit 4 Staffeln ebenso oft 3 Sätze gespielt. In dieser Saison wurden im Durchschnitt 35,49 Punkte pro Satz gespielt. Das entspricht einem Anstieg von 0,1 Punkten pro Satz gegenüber den vorigen Saisons.

Die Anzahl der Staffeln pro Klasse hat also fast keinen Einfluss auf die Individualspiele. Aber bei der Analyse hat sich folgender Trend gezeigt: Je unterklassiger das Spielniveau, desto kleiner der Anteil der 3-Satz-Spiele und desto weniger Punkte pro Satz wurden gespielt. Vorallem Spiele in der untersten Klasse der jeweiligen Saison waren in dieser Hinsicht besonders unausgeglichen. Nun stellt sich die Frage, ob die neue Klasseneinteilung für spannendere Ligen und Mannschaftsspiele sorgen konnte?

Verteilung der Mannschaftsergebnisse und Tabellenstreuung Hinweis: Bei aktiviertem JavaScript und Flash Player steht eine interaktive Version des Diagramms zur Verfügung.

Eine kleinere Tabellenstreuung bedeutet, dass die Mannschaften in der Staffeltabelle dichter zusammenliegen und somit möglichst keine Mannschaft besonders dominierte bzw. zurückfiel. Der Anteil der knappen Mannschaftsspiele mit einem Ergebnis von 4:4 oder 5:3 hat in der Saison 2009/10 etwas zugenommen und die Tabellenstreuung abgenommen. So gab es zum ersten Mal seit 4 Jahren wieder mehr Unentschieden als 7:1-Ergebnisse. Daher kann man sagen, dass Mannschaftsspiele diese Saison tendenziell knapper entschieden wurden und Tabellenplatzierungen härter umkämpft waren.

Die markantesten Wettkämpfe der Saison 2009/10

  • Knappstes Spiel mit 142 gespielten Punkten:
2.HD in TuS Hohenschönhausen II gegen Rot-Weiss Neuenhagen I
  • Spannendstes Mannschaftsspiel mit den meisten gespielten Sätzen und Punkten:
Vorspiel SSL II gegen Fortuna Blankenfelde II
  • Ausgeglichenste Staffel:
A-Klasse II
  • Unausgewogenste Staffel:
Bezirksklasse I

Ich denke, dass nicht nur Statistikfreunde diese Daten interessieren wird, denn manche Auswertungen, wie z.B. die häufigsten Mannschaftsergebnisse, sind sicher von allgemeinem Interesse.

Tobias Schultze